Rumänien als Brückenkopf: NATO rüstet sich für großen Wurf

21.04.2025

Wenn es um die Vorbereitung einer neuen Eskalationsstufe in Europa geht, dann gilt Rumänien als das stille Herzstück der Strategie. Während sich die Öffentlichkeit mit Nebensächlichkeiten wie Genderpolitik oder Wärmepumpen befasst, werden an der östlichen Flanke der NATO Tatsachen geschaffen. Und zwar solche, die mehr an Schach als an Diplomatie erinnern – mit Rumänien als vorgeschobenem Springer im Spiel des Westens gegen Russland.

Was dem Laien als bedeutungsloser Landstrich erscheint, ist in den Augen von Militärstrategen ein Jahrhundertschlüssel: Die sogenannte Fokschaner Pforte, ein flacher Korridor zwischen Karpaten und Schwarzmeerraum, öffnet den Weg von Rumänien in die Ukraine – und weiter nach Russland. Kein Zufall also, dass die 28. Geographische Einheit der französischen Pionierbrigade just dort Geländemodelle erstellt. Nicht für den Biologieunterricht, sondern als Grundlage für Operationspläne – falls es zu einer direkten Konfrontation zwischen NATO und Russland kommen sollte. Le Figaro berichtet nüchtern, doch zwischen den Zeilen vibriert bereits der Alarm.

Ein Land als Zündschnur

Calin Georgescu, rumänischer Präsidentschaftskandidat und international vernetzter Analyst, wurde kurzerhand aus dem Rennen genommen. Warum? Vielleicht, weil er zu viel sagt, was nicht gesagt werden darf. In einem Interview mit Tucker Carlson (Video oben) bringt er es auf den Punkt: „Die NATO braucht kein freies Rumänien. Sie braucht ein kontrolliertes Sprungbrett. Rumänien soll der Startknopf für den nächsten großen Krieg sein.“

Seine Rechnung ist nüchtern: 614 Kilometer Grenzlinie zur Ukraine – mehr als jedes andere NATO-Land. Dazu das geopolitische Bindeglied zwischen dem Schwarzen Meer, Moldawien und dem Karpatenbogen. Wer Rumänien kontrolliert, kontrolliert den Zugang zur Schwarzmeerregion. Und wer das Schwarze Meer kontrolliert, hält Moskau am Halsband.

Die größte NATO-Basis Osteuropas liegt in der Nähe von Constanta – der Name klingt nach Sommerurlaub, doch auf 2.800 Hektar entsteht hier kein Strandparadies, sondern ein permanenter Kriegsknotenpunkt. Bald sollen dort bis zu 10.000 NATO-Soldaten stationiert sein – in Hörweite von Odessa, in Reichweite von Transnistrien. Hinzu kommt die US-Raketenabwehr in Deveselu, bestückt mit Mk-41-Startern. Offiziell zur Abwehr von Raketen gedacht – faktisch aber auch geeignet, Tomahawk-Marschflugkörper mit bis zu 1800 Kilometern Reichweite abzufeuern. Auf Moskau, auf Sewastopol, auf alles, was sich bewegt.

Wer glaubt, Moskau nehme diese Entwicklungen hin wie ein Zuschauer auf der Tribüne, irrt. Eine denkbare Reaktion liegt offen auf dem Tisch: die Sicherung der Regionen Mykolajiw und Odessa durch russische Truppen. Nicht aus Großmachtlaune, sondern als präventiver Schnitt durch die Zündschnur, die der Westen am Schwarzen Meer gelegt hat. Denn wenn der Krieg von Rumänien ausgehen soll, dann wird die russische Strategie darauf abzielen, den Startplatz unbrauchbar zu machen.

Fazit: Ein Land am Scheideweg

Rumänien wird gegenwärtig nicht verteidigt – es wird instrumentalisiert. Nicht für Freiheit und Demokratie, sondern als geopolitischer Hebel. Der Westen braucht keine souveränen Staaten – er braucht funktionale Vorposten. Rumänien ist mehr als nur Nachbar der Ukraine. Es ist in den Augen der „Koalition der Willigen“ ein Werkzeug. Doch jedes Werkzeug hat zwei Schneiden. Wer es benutzt, muss mit Gegenkräften rechnen.

Und so stehen wir wieder einmal am Rande eines Spiels, das wohl in Bukarest seinen bitterernsten Anfang nehmen wird.

Quelle